Videokomprimierung
HEVC vs. H.264: Dateigröße im Vergleich
Verfasst vom SnapSweep-Redaktionsteam — jeder Schritt wird mit der offiziellen Dokumentation von Apple, Google und Samsung abgeglichen.
Aktualisiert am 16. Juli 2026
HEVC (H.265)-Videodateien sind bei ähnlicher Bildqualität meist rund 50 Prozent kleiner als H.264-Dateien, weil HEVC jedes Bild effizienter komprimiert. Eine Minute 4K/60fps-Video, die in H.264 rund 400 MB oder mehr belegt, kommt in HEVC meist auf etwa 200 MB. Der Kompromiss: geringere Kompatibilität mit älteren Geräten und Schnittprogrammen.
Was ist HEVC (H.265) und wie unterscheidet es sich von H.264?
HEVC, auch H.265 genannt, ist ein 2013 veröffentlichter Video-Kompressionsstandard und der Nachfolger von H.264 (AVC) aus dem Jahr 2003. Beide sind „Codecs" – Verfahren, um Rohvideo so zu verkleinern, dass es sich speichern und teilen lässt. HEVC nutzt fortschrittlichere Methoden, um Pixelblöcke über mehrere Bilder hinweg vorherzusagen, und braucht dadurch weniger Bits für dasselbe Bild. Das Ergebnis: HEVC erreicht bei gleicher wahrgenommener Qualität eine kleinere Datei, oder bei gleicher Dateigröße eine merklich bessere Qualität. iPhones nehmen seit iOS 11 (2017) standardmäßig mit der Rückkamera in HEVC auf; die meisten Android-Flaggschiffe von Samsung, Google und anderen Herstellern unterstützen HEVC-Aufnahme seit etwa derselben Zeit, auch wenn die Einstellung oft in erweiterten Kameramenüs versteckt ist.
Wie viel kleiner sind HEVC-Videos als H.264-Dateien?
Bei typischen Aufnahmeeinstellungen von Smartphones ist eine HEVC-Datei etwa halb so groß wie die entsprechende H.264-Datei. Der Unterschied ist konsistent genug, um den Speicherbedarf danach zu planen, auch wenn die genauen Werte je nach Auflösung, Bildrate, Bewegung im Bild und Encoder-Abstimmung des jeweiligen Geräts variieren.
| Clip (1 Minute) | Ca. Größe in H.264 | Ca. Größe in HEVC |
|---|---|---|
| 1080p bei 30fps | ~130 MB | ~65 MB |
| 4K bei 30fps | ~350 MB | ~175 MB |
| 4K bei 60fps | 400+ MB | ~200-225 MB |
Für den Kontext, warum sich diese Werte schnell summieren, siehe wie viel Speicherplatz 4K-Videos brauchen – ein einzelner 10-minütiger 4K/60fps-Clip in H.264 kann 4 GB oder mehr belegen, das entspricht rund 3 % eines 128-GB-Speichers in einer einzigen Datei.
Was gibt man für die kleineren HEVC-Dateien auf?
Der Hauptpreis von HEVC ist nicht die Qualität – bei gleicher Bitrate wirkt es genauso gut oder besser als H.264 – sondern Kompatibilität und Rechenaufwand. Ältere Smartphones, manche Windows- und Android-Videoplayer sowie viele Webplattformen, die vor 2017/2018 entwickelt wurden, decodieren HEVC nicht nativ. Eine Datei, die auf einem aktuellen iPhone problemlos läuft, lässt sich auf einem älteren Laptop oder in einem Browser ohne Zusatz-Plugin möglicherweise nicht öffnen. Die Kodierung nach HEVC braucht außerdem mehr Rechenzeit und Akku als H.264 – relevant, wenn auf Reisen viele Clips mit begrenzter Ladezeit neu kodiert werden sollen. H.264 bleibt wegen seiner breiteren Geräteunterstützung die sicherere Wahl: Nahezu jedes Smartphone, Schnittprogramm und Videoportal der letzten 15 Jahre spielt es ohne Konvertierung ab. Wer Aufnahmen an jemanden mit unbekanntem Gerät oder unbekannter Software schickt, ist mit H.264 als Exportformat auf der sicheren Seite.
Wie schalte ich die iPhone-Kamera auf HEVC-Aufnahme um?
iPhones mit iOS 11 oder neuer nehmen standardmäßig mit der Einstellung „Hohe Effizienz" in HEVC auf. So lässt sich das prüfen oder ändern:
- Einstellungen > Kamera > Formate öffnen.
- „Hohe Effizienz" für HEVC (kleinere Dateien) oder „Max. Kompatibilität" für H.264 (breitere Wiedergabe) wählen.
- Diese Einstellung gilt ab sofort für Fotos und Videos – bereits aufgenommene Dateien werden dadurch nicht konvertiert.
Wie schalte ich die Android-Kamera auf HEVC-Aufnahme um?
Die Kameraeinstellungen auf Android sind je Hersteller unterschiedlich, der genaue Pfad variiert also:
- Bei Samsung: Kamera > Einstellungen (Zahnrad-Symbol) > Rückkamera-Videogröße öffnen und nach „Effiziente Videoaufnahme" oder „HEVC" suchen, teils unter erweiterten Aufnahmeoptionen.
- Bei Pixel und anderen Geräten mit Stock-Android: Kamera > Einstellungen öffnen und nach einer Einstellung für „Videoauflösung & Bitrate" oder Codec suchen; nicht jedes Modell bietet diese Option, HEVC-Aufnahme kann bei höheren Auflösungen wie 4K auch automatisch aktiv sein.
- Fehlt eine Codec-Option, nimmt das Gerät bei 4K wahrscheinlich bereits standardmäßig in HEVC auf und bei niedrigeren Auflösungen in H.264 – das tatsächliche Format lässt sich über die Dateieigenschaften in Files von Google > Bereinigen oder einem Dateimanager prüfen.
Sollte ich vorhandene H.264-Videos in HEVC umwandeln?
Das Umwandeln alter H.264-Clips in HEVC kann ihre Größe etwa halbieren, ist aber eine erneute Kodierung – dabei geht immer etwas Qualität für die kleinere Datei verloren, und der Vorgang braucht spürbar Zeit auf dem Gerät. Sinnvoll ist das gezielt für lange, selten geteilte Clips, die aufgehoben werden sollen (alte Reiseaufnahmen, Sicherungskopien), statt für die gesamte Bibliothek, da das Neukodieren tausender Clips Stunden dauern und unterwegs den Akku belasten kann. Eine Übersicht, was Kompression leisten kann und was nicht, gibt es unter Videos komprimieren ohne Qualitätsverlust. Apps wie SnapSweep können die größten Videos auf dem Gerät markieren und nach HEVC neu kodieren, wobei die Originaldatei erst nach Prüfung und Bestätigung durch Antippen ersetzt wird – nichts wird automatisch im Hintergrund umgewandelt.
Was kann ein Video- oder Foto-Cleaner nicht leisten?
Kompressions- und Aufräum-Tools haben reale Grenzen, die man vor der Nutzung kennen sollte. Das Neukodieren eines Videos nach HEVC ist immer verlustbehaftet – es gibt keine Einstellung, die eine Datei ohne jeden Qualitätsverlust verkleinert, unabhängig davon, was eine App behauptet. Kein Algorithmus wählt zuverlässig jedes Mal das „richtige" Bild aus einer Serienaufnahme oder den nützlichsten Moment aus einem langen Video – eine manuelle Durchsicht bleibt also wichtig, bevor etwas gelöscht wird. Foto- und Video-Cleaner können außerdem keinen Speicher freigeben, der von Apps, Systemdateien oder Zwischenspeichern belegt wird – dafür eignet sich unter iOS Einstellungen > Allgemein > iPhone-Speicher, unter Android Files von Google > Bereinigen. Das Aufräumen des Geräts ist außerdem ein anderes Problem als das Aufräumen von iCloud-Fotos oder Google Fotos: Wird eine synchronisierte Datei auf dem Smartphone gelöscht, kann auch die Cloud-Kopie verschwinden – die Synchronisierungseinstellungen sollten vor einer größeren Aufräumaktion geprüft werden. Einen breiteren Blick auf Speicherplatz freigeben, ohne die Fotobibliothek anzurühren, gibt es unter Speicherplatz freigeben ohne Fotos zu löschen.
Häufige Fragen
Ist HEVC immer halb so groß wie H.264?
Ungefähr, aber nicht exakt – die rund 50-prozentige Verkleinerung ist ein allgemeines Muster bei typischen Smartphone-Aufnahmeeinstellungen, keine feste Regel. Die tatsächliche Ersparnis hängt von Auflösung, Bildrate, Bewegung im Bild und der Encoder-Abstimmung des Geräts ab, manche Clips schrumpfen also stärker, andere weniger.
Verliert HEVC gegenüber H.264 an Qualität?
Bei gleicher Dateigröße wirkt HEVC in der Regel genauso gut oder besser als H.264, weil es effizienter komprimiert. Qualitätsverlust entsteht durch den Kodierungsprozess selbst (beide Codecs sind verlustbehaftet), nicht durch die Wahl von HEVC – der Codec fügt keinen zusätzlichen Verlust über die übliche Kompression hinaus hinzu.
Kann jedes Gerät HEVC-Videos abspielen?
Nein. Geräte und Software von vor etwa 2017/2018, ebenso manche Android-Videoplayer und ältere Windows-Systeme, decodieren HEVC teils nicht nativ. H.264 bleibt das breiter kompatible Format, was beim Teilen mit unbekannten Geräten oder Plattformen eine Rolle spielt.
Werden alte Videos automatisch in HEVC umgewandelt, wenn ich umstelle?
Nein. Das Ändern des Kameraformats auf HEVC betrifft nur künftig aufgenommene Videos. Bestehende H.264-Dateien bleiben in H.264, sofern sie nicht manuell mit einem Kompressionstool neu kodiert werden, was selbst wieder ein verlustbehafteter Vorgang ist.
Warum ist mein 4K-Video so viel größer als mein 1080p-Video?
4K hat viermal so viele Pixel wie 1080p und braucht bei ähnlicher Bildrate und Codec entsprechend rund viermal so viele Daten. Kombiniert mit 60 statt 30 Bildern pro Sekunde kann eine Minute 4K/60fps in H.264 über 400 MB belegen, gegenüber rund 130 MB bei 1080p/30fps.
Quellen
- Apple Support — "Kamera-Einstellungen auf dem iPhone ändern"
- Apple Support — "Informationen zu den Formaten „Hohe Effizienz" für Video und Foto"
- Samsung Support — "Videoauflösung und Bildrate auf dem Galaxy-Smartphone ändern"
Menüpfade und Speicherverhalten werden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mit der offiziellen Dokumentation von Apple, Google und Samsung abgeglichen, können aber je nach Systemversion und Gerät abweichen. Gelöschte Fotos bleiben 30 Tage in „Zuletzt gelöscht“ bzw. im Papierkorb wiederherstellbar.