Videokomprimierung

Wie viel Speicherplatz braucht ein 4K-Video?

Verfasst vom SnapSweep-Redaktionsteam — jeder Schritt wird mit der offiziellen Dokumentation von Apple, Google und Samsung abgeglichen.

Aktualisiert am 16. Juli 2026

Eine Minute 4K-Video belegt auf dem Smartphone je nach Bildrate und Codec zwischen 170 MB und über 400 MB. Bei 4K mit 60 Bildern pro Sekunde (fps) in H.264 liegt der Wert oft über 400 MB pro Minute, in HEVC sinkt er auf 200-350 MB. 1080p mit 30 fps braucht dagegen nur etwa 60-130 MB pro Minute.

Wie viel Speicherplatz braucht eine Minute 4K-Video?

4K-Video (3840 x 2160 Pixel) enthält etwa viermal so viele Bildpunkte wie 1080p (1920 x 1080). Mehr Pixel pro Bild bedeuten mehr Daten – noch bevor die Bildrate überhaupt eine Rolle spielt. Die folgende Tabelle zeigt typische Werte pro Minute für gängige Kamera-Einstellungen auf dem Smartphone. Die genaue Größe hängt zusätzlich vom Bildinhalt ab: ein ruhiges Stativbild lässt sich stärker komprimieren als eine schnelle Bewegung, und der verwendete Codec (das Kompressionsformat) macht einen großen Unterschied.

FormatCodecGröße pro Minute (ca.)
4K/60fpsH.264400-600 MB
4K/60fpsHEVC (H.265)200-350 MB
4K/30fpsH.264250-350 MB
4K/30fpsHEVC (H.265)170-200 MB
1080p/30fpsH.26490-130 MB
1080p/30fpsHEVC (H.265)60-90 MB

Diese Werte sind Näherungen, keine Garantien: eine ruhige Landschaftsaufnahme bei gutem Licht landet am unteren Ende, schnelle Bewegung bei hellem Tageslicht am oberen Ende der jeweiligen Spanne.

Braucht 4K/60fps doppelt so viel Speicher wie 4K/30fps?

Ja, aber meist nicht exakt das Doppelte. Eine doppelte Bildrate bedeutet doppelt so viele Einzelbilder pro Sekunde, die der Codec verarbeiten muss – die Rohdatenmenge verdoppelt sich also grundsätzlich. In der Praxis findet die Kompression jedoch Ähnlichkeiten zwischen aufeinanderfolgenden Bildern, sodass der tatsächliche Größenzuwachs von 30 fps auf 60 fps bei 4K oft eher bei Faktor 1,4 bis 1,8 liegt. Bei Aufnahmen mit viel Bewegung – Sport, fließendes Wasser – gibt es weniger Ähnlichkeit zwischen den Bildern, wodurch sich der Unterschied der vollen Verdopplung annähert.

Wie stark verändert der Codec die Dateigröße bei 4K-Video?

Ein Codec ist das Kompressionsformat, mit dem Video gespeichert wird, und bestimmt, wie viele Daten für eine bestimmte Bildqualität nötig sind. HEVC (High Efficiency Video Coding, auch H.265 genannt) halbiert die Dateigröße gegenüber H.264 bei ähnlicher visueller Qualität ungefähr – deshalb nutzen die meisten Smartphones inzwischen standardmäßig HEVC für 4K-Aufnahmen. Der Nachteil: HEVC-Dateien brauchen mehr Rechenleistung und Zeit beim erneuten Kodieren und sind mit älterer Schnittsoftware und manchen Nicht-Apple-Geräten weniger kompatibel. Eine ausführliche Gegenüberstellung findet sich unter HEVC vs. H.264 Dateigröße.

Wie viel Speicher braucht eine Woche Reisefootage in 4K?

Eine grobe Schätzung: erwartete Aufnahmeminuten pro Tag mit der Größe pro Minute des gewählten Formats multiplizieren, dann mit der Anzahl der Reisetage. Bei 10 Minuten 4K/30fps in HEVC pro Tag (rund 185 MB pro Minute) über 7 Tage kommen etwa 70 Minuten zusammen – ungefähr 13 GB. Die gleiche Reise in 4K/60fps mit H.264 (rund 500 MB pro Minute) wächst bei denselben 70 Minuten auf etwa 35 GB an – mehr als ein Viertel eines 128-GB-Smartphones, noch bevor ein einziges Foto dazukommt. Wer schon mitten in der Reise Speicherwarnungen erhält, findet unter Warum ist mein Speicher voll eine Übersicht, was sonst noch um den Platz konkurriert.

Was lässt sich tun, bevor der Speicher voll ist?

Zuerst helfen die Bordmittel des Betriebssystems. Auf dem iPhone: 1. Einstellungen > Allgemein > iPhone-Speicher öffnen. 2. Die angezeigten Empfehlungen durchsehen – dieser Bildschirm zeigt genau, welche Videos und Apps am meisten Platz belegen, und bietet an, ungenutzte Apps auszulagern oder alte Nachrichten automatisch zu löschen. Auf Android: Files von Google öffnen und den Tab Bereinigen nutzen, der große Videos und doppelte Mediendateien direkt markiert.

Darüber hinaus bleiben zwei echte Optionen: nicht mehr benötigtes Material löschen oder es in ein kleineres Format neu kodieren. Neu kodieren (Komprimieren) ist immer verlustbehaftet – es tauscht etwas Bildqualität gegen kleinere Dateigröße und stellt die ursprünglichen Daten nie exakt wieder her. Videos komprimieren ohne Qualitätsverlust erklärt, wie sich dieser Kompromiss möglichst gering halten lässt, und Alte Videos löschen oder komprimieren zeigt, wie sich pro Clip zwischen beiden Optionen entscheiden lässt.

SnapSweep durchsucht die Videobibliothek eines Geräts vollständig lokal (nichts wird auf einen Server hochgeladen), um die größten Dateien aufzuzeigen, und bietet für Clips, die kleiner bleiben sollen, eine HEVC-Neukodierung an. Die Prüfung erfolgt per manuellem Wischen, und die kostenlose Version enthält eine begrenzte Anzahl an Löschungen und Wischbewegungen, bevor ein kostenpflichtiger Plan nötig wird – aktuelle Preise stehen in der App.

Was kann ein Video- oder Foto-Cleaner nicht leisten?

Keine Aufräum-App – weder Bordmittel noch Drittanbieter – gibt Speicherplatz frei, der von Apps selbst, Systemdaten oder Zwischenspeichern belegt wird; dafür braucht es die separate Verwaltung unter Einstellungen > Allgemein > iPhone-Speicher oder in den Speichereinstellungen der jeweiligen App. Video-Komprimierung ist immer verlustbehaftet: Eine HEVC-Neukodierung verkleinert die Datei, verringert aber auch einen Teil der Bilddetails, und kein Werkzeug schrumpft ein Video ohne jeden Qualitätskompromiss. Automatisierte Scans können mögliche Duplikate oder unscharfe Bilder markieren, aber kein Algorithmus wählt zuverlässig in jedem Fall das beste Einzelbild aus einer Serienaufnahme oder die schärfste Aufnahme unter mehreren Clips aus – dafür braucht es weiterhin einen menschlichen Blick. Schließlich sind das Löschen auf dem Gerät und das Löschen in iCloud-Fotos oder Google Fotos zwei verschiedene Vorgänge: Ist ein Video synchronisiert, kann das Entfernen auf dem Gerät oder in der Cloud-Bibliothek sich auf die verknüpfte Kopie übertragen, wobei dieselbe rund 30-tägige Frist in „Zuletzt gelöscht“ beziehungsweise im Papierkorb gilt – statt unbegrenzt getrennter Kopien.

Häufige Fragen

Wie viel Speicherplatz braucht eine Minute 4K-Video auf dem iPhone?

Bei 4K/30fps in HEVC sind es etwa 170-200 MB pro Minute, in H.264 eher 250-350 MB. Bei 4K/60fps in H.264 kann eine Minute über 400 MB belegen. Der genaue Wert hängt von Bewegung und Licht in der Szene ab, da ruhige, gut beleuchtete Aufnahmen sich besser komprimieren lassen.

Braucht 4K/60fps doppelt so viel Speicher wie 4K/30fps?

Nicht genau. Doppelte Bildrate bedeutet doppelt so viele Rohbilder, aber Kompression entfernt Redundanz zwischen ähnlichen Bildern, sodass die Dateigröße meist nur um Faktor 1,4 bis 1,8 wächst statt exakt zu verdoppeln. Bewegungsreiche Aufnahmen wie Sport oder Wasser komprimieren schlechter und kommen näher an die volle Verdopplung.

Was ist der Unterschied zwischen HEVC und H.264 bei 4K-Video?

HEVC (H.265) ist ein neuerer Codec, der die Dateigröße gegenüber H.264 bei ähnlicher Bildqualität ungefähr halbiert – deshalb nutzen die meisten Smartphones HEVC standardmäßig für 4K-Aufnahmen. Der Nachteil sind längere Neukodierungszeiten und geringere Kompatibilität mit älterer Software und manchen Nicht-Apple-Geräten.

Wie viel Speicher braucht eine Woche 4K-Reisefootage?

Bei rund 10 Minuten 4K/30fps in HEVC pro Tag über 7 Tage kommen etwa 70 Minuten zusammen, also rund 13 GB. Dieselbe Reise in 4K/60fps mit H.264 kann auf 35 GB oder mehr anwachsen. Aufnahmeminuten pro Tag mit der Größe pro Minute des Formats multiplizieren und mit der Reisedauer verrechnen ergibt eine persönliche Schätzung.

Verliert komprimiertes 4K-Video an Qualität?

Ja. Eine Neukodierung in HEVC oder mit niedrigerer Bitrate tauscht immer etwas Bilddetail gegen kleinere Dateigröße – der Vorgang ist verlustbehaftet, nicht verlustfrei. Das Original bleibt erhalten, bis es aktiv gelöscht wird, sodass sich komprimierte und ursprüngliche Version vor dem Löschen vergleichen lassen.

Spart 1080p statt 4K auf Reisen Speicherplatz?

Ja. 1080p/30fps braucht meist 60-130 MB pro Minute gegenüber 170 MB oder mehr bei 4K – etwa ein Viertel bis ein Drittel der Größe. Der Kompromiss ist geringere Auflösung beim Schneiden, Zuschneiden oder für künftige höher auflösende Bildschirme, also keine kostenlose Verbesserung.

Quellen

  • Apple Support — "Aufnahmeeinstellungen für Videos auf dem iPhone ändern"
  • Apple Support — "Speicherplatz auf dem iPhone freigeben"
  • Google Files Hilfe — "Speicherplatz auf Android-Geräten freigeben"

Menüpfade und Speicherverhalten werden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mit der offiziellen Dokumentation von Apple, Google und Samsung abgeglichen, können aber je nach Systemversion und Gerät abweichen. Gelöschte Fotos bleiben 30 Tage in „Zuletzt gelöscht“ bzw. im Papierkorb wiederherstellbar.